Pflegegrade

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Pflegegrade - allgemein

Aufgrund von Einschränkungen im Alter, Krankheit und Behinderungen sind immer mehr Menschen auf Hilfe angewiesen. Benötigt der Betroffene dauerhafte Unterstützung bei der Bewältigung seines Alltags, der Körperpflege oder der Organisation seines Lebens, wird von Pflegebedürftigkeit gesprochen.

Da der Pflegeaufwand von Fall zu Fall unterschiedlich ist, machte bei zunehmender Pflegebedürftigkeit die Einführung und Definition von den sogenannten Pflegegraden Sinn. Für die Eingraduierung eines Betroffenen in eine der Pflegegrade sind entsprechende Kriterien, die für die Feststellung von Pflegebedürftigkeit maßgebend sind. Hier müssen gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe andere bedürfen. Es muss sich um Menschen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, und mit mindestens der in § 15 SGB XI festegelegten Schwere bestehen.

Das Punktesystem für die Eingraduierungen in die Pflegegrade

Der Pflegegrad eines Antragstellers ergibt sich, indem die Bewertungen des Gutachters in den sechs Modulen anhand von genau festgelegten Berechnungsregeln zusammengeführt werden. Diese Berechnungsregeln sind nach pflegefachlichen Gesichtspunkten von Pflegewissenschaftlern erarbeitet worden.

Folgende Module werden hier mit berücksichtigt: Module 1 "Mobilität" (10% Gewichtung), Modul 2 "kognitive und kommunikative Fähigkeiten" oder Modul 3 "Verhaltensweisen und psychische Problemlagen" (je nach dem wo der Antragsteller die größeren Beeinträchtigungen aufweist mit 15% Gewichtung), Modul 4 "Selbstversorgung" (40 %Gewichtung), Modul 5 "Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen" ( 20% Gewichtung) und das Modul 6 "Gestaltung des Alltagsleben und sozialer Kontakte" ( 20% Gewichtung).

Die Zusammenführung erfolgt in mehreren Schritten: Zuerst werden in jedem Modul die Einzelpunkte zu einem Gesamtwert zusammengezählt. Hier muss zunächst die Anzahl von Hilfen, die wöchentlich oder monatlich notwendig sind, in einen Tageswert umgerechnet werden. Im zweiten Schritt wird nun jede Summe der Einzelpunkte pro Modul nach einer festgelegten Berechnungsregel in einen sogenannten gewichteten Punktwert umgerechnet. Das ist notwendig, weil die Summe der Einzelpunkte pro Modul in das Endergebnis (dem Pflegegrad) mit unterschiedlicher Gewichtung eingehen. Abschließend werden die sechs gewichteten Punktwerte zusammengezählt. Das Endergebnis ist ein Gesamtpunktwert, der zwischen 0 und 100 Punkten liegen kann.

Der Pflegegrad I wird mit der Summe von 12,5 bis 27 Punkte auf der Skala eingeordnet. Hier liegen geringe Beinträchtigungen der Selbständigkeiten oder der Fähigkeiten vor. Es soll möglichst die Selbständigkeit erhalten bzw. gefördert werden in der häuslichen Umgebung  um zukünftig eine schwerere Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.

Voraussetzung für den Pflegegrad II sind erhebliche Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten und werden auf der Skala ab 27 bis unter 47,5 Punkten eingeordnet. Hier entsteht Anspruch auf Pflegegeld, ambulante Sachleistungen und weiteren zusätzlichen Leistungen. 

Ab den Punkten 47,5 bis unter 70 Punkten rückt der Pflegebedürftige mit schweren Beeinträchtigungen der Selbständigkeit in den Pflegegrad III.

Der Pflegegrad IV wird ab 70 bis unter 90 Punkten auf der Skala gewertet. Die Voraussetzung hierfür ist, dass bei der Begutachtung schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder Fähigkeiten festgestellt wurden.

Im Begutachtungsinstrument mit 90 bis 100 Punkten wird der Pflegegrad V festgestellt, wenn schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung vorliegen. Auch sind die Voraussetzungen für Pflegegrad V gegeben, wenn ein Pflegebedürftiger seine Greif-, Steh- und Gehfunktion verloren hat- unabhängig vom erzielten Punktwert in den sechs Modulen.

 

Zu allen Fragen der einzelnen Pflegegrade beraten wir Sie, helfen Ihnen bei der Beantragung und sind für Sie da, wenn der medizinische Dienst zur Begutachtung zu Ihnen nach Hause kommt.

 

Leistungsbereich: