Verhinderungs- und Urlaubspflege

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Verhinderung- und Urlaubspflege gem. SGB XI § 39

Wenn Ihre Angehörigen oder sonstigen Pflegepersonen einen wohlverdienten Urlaub antreten möchten, eine Zeit der Entlastung brauchen oder einfach einmal sorgenfrei ins Kino gehen möchten, unterstützen wir Sie für die Zeit von max. 28 Kalendertagen bzw. bis zum Höchstsatz von 1.612 €  - auch stundenweise - pro Jahr.  Schließlich stellt die Pflege eines lieben Angehörigen umfangreiche Anforderungen an Sie. Die Pflegekassen stellen hierfür zusätzliche Budgets bereit, die Sie beantragen können.

Voraussetzung für die Beantragung der Verhinderungs- und Urlaubspflege ist die Pflege und Betreuung eines Pflegebedürftigen seit bereits mindestens einem halben Jahr und regelmäßig für mindestens 10 Stunden pro Woche. Es besteht ein Pflegegrad bei dem Betroffenen und Sie erhalten dafür Pflegegeld aus der Pflegeversicherung.

Wenn Sie also selbst verhindert sind (auch bei Krankheit) besteht dieses Angebot seitens der Pflegekassen: es wird Sie einer unser Mitarbeiter oder eine andere zuverlässige Person zeitweise ersetzen.

Was darf die Verhinderungspflege kosten?

Die Verhinderungs- und Urlaubspflege steht in einem engen Zusammenhang mit der Kurzzeitpflege (vollstationäre Pflege), die ebenfalls im elften Buch des Sozialgesetzes, §§ 42  und 61 festgelegt ist, so dass Ansprüche aus diesen beiden Kontingenten kombinierbar sind. In der untenstehenden Tabelle finden Sie einen Überblick über die jeweiligen Höchstbeträge pro Jahr.

Verhinderungs- und Urlaubspflege und Kurzzeitpflege – jeweilige Leistungssätze pro Jahr:

Pflegegrad Leistungen ab 2017
I **
II - V 1.612 €

Sollten Sie die Leistungen für die Kurzzeitpflege nicht abrufen, können Sie daraus bis zu 806 € zusätzlich für die Verhinderungs- und Urlaubspflege in Anspruch nehmen. Seit dem 01.01.2015 ist eine Ersatzpflege von bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr möglich. Außerdem können bis zu 50 Prozent des Leistungsbetrags für Kurzzeitpflege (das sind bis zu 806 Euro) künftig zusätzlich für die Verhinderungspflege ausgegeben werden. Verhinderungspflege kann dadurch auf maximal 150 Prozent des bisherigen Betrages ausgeweitet werden. Für die Verhinderungspflege in Anspruch genommenen Erhöhungsbetrag wird für die Kurzzeitpflege auf den Leistungsbetrag angerechnet.

Über die Kombinierungsmöglichkeiten beraten wir Sie gern ausführlich.

Wenn Sie länger oder öfter verhindert sein, besteht die Möglichkeit einen Antrag auf Übernahme der entstehenden notwendigen Kosten aus Mitteln der Sozialhilfe beim zuständigen Träger der Sozialhilfe zu stellen. Dazu muss jedoch die finanzielle Bedürftigkeit des Pflegebedürftigen festgestellt werden, deren sozialhilferechtlichen Maßstäbe in SGB XII geregelt sind.

Während einer Verhinderungspflege erhalten Sie weiterhin auch Pflegegeld (Kombinationsleistung). Hierbei ist zu beachten, dass die tägliche Pflegedauer von 8 Stunden nicht überschritten wird.  Bei Überschreitung wird das Pflegegeld anteilig ausgezahlt.

Wer kann die Verhinderungspflege erbringen?

Sie kann entweder durch Mitarbeiter der Diakonie Sozialstation gGmbH, einer anderen zugelassenen Einrichtung, z.B. der Behindertenhilfe oder auch durch eine dem Pflegebedürftigen nahestehende Person geleistet werden. Auch die Beschäftigung von Bundesfreiwilligendienstleistende, die von ihren Einsatzstellen für diesen Zweck zur Verfügung gestellt werden, ist ohne weiteres möglich.

Bitte beachten Sie: Sofern die Pflege durch Personen zweiten Grades (verwandt, verschwägert oder in häuslicher Gemeinschaft lebend) sichergestellt wird,  ist die Leistung der Pflegeversicherung auf das dem Pflegebedürftigen zustehende Pflegegeld beschränkt. Allerdings können zusätzliche Aufwendungen, z.B. Fahrtkosten oder Verdienstausfälle, dieser nahestehenden Pflegepersonen bis zur Höhe von 1.612,00 EUR geltend gemacht werden, soweit sie belegt werden können.

Wir beraten Sie gern.

** Bei Pflegegrad 1 gewährt die Pflegeversicherung Leistungen nach § 28a SGB XI.

Leistungsbereich: